Tommi    Zeitreise    ...was schon war   

Die frühen Jahre...

Aufgewachsen in 'ner Nebenstraße,

gespielt auf'm Hinterhof,

in der Schule die Angst im Nacken,

an Zukunft zu denken war doof.

Gelitten in preußischer Ordnung,

verletzt in Leben und Spiel,

beschimpft von Nachbarn und Lehrern,

gab mir nur Mutter Asyl.

Mit endlosen schönen Geschichten,

Erlebtes, auch manches erdacht,

hat sie den Tag noch gerettet,

erzählt bis in tiefste Nacht.

Ach Mutter, ich vermiss' deine Stimme

und spür' noch die zärtliche Hand,

die leisen und lauten Töne

war'n Mutter- und Vaterland.

Die Lieder... immer wieder Lieder

Lieder... immer wieder Lieder! sie haben meinen Werdegang in einer ganz eigentümlichen und doch wunderbaren Weise begleitet. 

Vielleicht habe ich von meiner Mutter dieses musische Talent geerbt, denn sie hat immer gesungen und liebte die klassischen Balladen...

 

Auch mir schwirren tagelang Melodien im Kopfe herum, manchmal quält mich eine Zeile, bis sie ein passendes Versmaß bekommt...

und so schreibe ich für mich und für andere Interpreten. Es entstehen Lieder, oder Texte, oder Arrangements...

manchmal für kleine und große Theater oder Kabarettbrettl...

manchmal entstehen Lieder aus einer anderen Sprache übersetzt, oder mit neuen Texten belegt... kann sein, es sind Augenblicke, Erlebnisse oder Albträume, die festgehalten werden wollen... und so entstehen sie eben...

.... Lieder, Texte, Melodien...

Die wilden Jahre

Begonnen hat alles in den Neunzehnhundertsiebziger Jahren. Sie, und die späteren Achtzigerjahre waren meine rebellische Zeit - Erprobungsjahre! Mit einigen Freunden zusammen tauschten wir selbsterfundene und bereits erlernte Gitarrenakkorde aus, um wilde Begleitmuster mit unmöglichen Sprachfetzen zu beleben, aus denen sich nach und nach die ersten Lieder formten. Sie hatten oft einen aufmüpfigen Charakter, waren aber für mich erste poetische Heiligtümer.

Kleinkunstbühnen, die ich als Lieder- und Bänkelsänger vorerst scheu und solistisch betrat, waren der Ausgangspunkt für mein späteres Wirken und ließen in mir den Wunsch wachsen, die Musik und die Sprache zum Inhalt meines Lebens werden zu lassen. Ein nicht einfacher und sehr hürdenreicher Weg, wie sich schnell herausstellte. Eine wunderbare Quelle der Inspiration war das jährliche Chansontreffen im Kloster Michaelstein, das argwöhnisch von kulturpolitischen Stellen beäugt, aber mit hoffnungsvollen Liedern und Aktionen der Teilnehmer belebt wurde. Der permanente und unverständliche Versuch der geheimdienstlichen Unterwanderung scheiterte leider nicht an den Klostermauern. Trotzdem ist mir bis heute die dortige Behutsamkeit des Umganges miteinander in guter Erinnerung, die im alltäglichen und gesellschaftlichen Leben längst abhanden gekommen zu sein schien.

Die Anstellung im Magdeburger Puppentheater kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel und ebnete mir den Weg zu einem künstlerischen Hochschulstudium. Erste Ausflüge in das wunderbare Genre der Komposition von Bühnenmusiken hatten auch Auswirkungen auf meine Lieder, die nun Arrangements für ganz unterschiedliche Besetzungen bekamen.

Wenig später entstanden die ersten Aufnahmen... bei Amiga und in Privatstudios. Es war die Zeit der Wende. Kleine, sowie große Bühnen wurden zu Diskussionsforen, Spontanlyrik und weniger Kunst legten die Verletzungen der Vergangenheit frei. Die gezeigten Narben erwiesen sich später oftmals als klaffende, unverheilte Wunden und haben den Glauben an Gerechtigkeit grundlegend erschüttert.

In diesem Umfeld können Lieder und Gedichte ein Stück Hoffnung versprühen, Halt geben und Mut machen. 

Die Zeit der Freiberuflichkeit

Mit dem Gefühl immer noch zu wenig Zeit für meine geliebte Musik zu haben verließ ich die Theaterwelt (gedanklich eigentlich schon Ende der Neunziger und endgültig dann im Jahr 2001).

Die Freiberuflichkeit und der permanente Zwang zum Findungsprozess haben mir eine Basis für meine ganz individuelle künstlerische Arbeit geebnet.... mit allen Rückschlägen, aufmunternden Momenten, Umwegen und einzigartigen Begegnungen. Endlich Zeit für die Musik!

 

Die Gründung eines eigenen Verlages und zahlreiche Musikproduktionen,

egal, ob CD oder Notenbuch haben mein Betätigungsfeld in ungeahnter wunderbarer Weise beeinflusst. 

 

Aber über allem steht die Live-Musik!!!!!!

E oder U

In den unterschiedlichen Besetzungen und Gruppen erlebe ich im musikalischen Wirken, dass sich die Grenzen zwischen E- und U-Musik auflösen und eigentlich nur in unseren Köpfen bestehen.

Die einzelnen Stilrichtungen partizipieren von einander in wunderbarer Weise.

U-Musik ist immer echt, wenn sie ernsthaft ist und E-Musik immer, wenn sie unterhaltsam ist.

 

Mit großer Hingabe spiele ich in der Gruppe "Barossance", oder in der Magdeburger Irish-Folk Band "Planxty Irwin", oder im Duo mit Magdalena Engel, oder in der verwegenen Nilpferdband "L'hippopotame", oder in der Gruppe "Simmervier", oder einfach nur allein...

 

Mit Spaß und Freude beobachte ich auch in der Orchesterarbeit, welche Suggestion Musik ausüben kann und wie der Instrumentalunterricht kleine Gruppen entstehen lässt, in denen der Spaß am Musizieren immer im Vordergrund steht. Eine Anstellung als Kurator für Musik durch die Ecole-Stiftung in Barleben ermöglichte es, Musik in unterschiedlichen Projekten Grundschülern erlebbar zu machen. Natürlich entstanden durch die bilinguale Ausrichtung der Schule neue deutsch/französische Lieder, die nicht nur das schulische Leben bereicherten.

 

Egal ob Unterricht, Arrangieren, Schreiben oder Konzertieren, ich bin gespannt, was noch alles kommt ...